„Frieden ist Verpflichtung“

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Kranzniederlegung am Mahnmal auf dem Ahlener Marktplatz; Foto: Yannik Lohmann

„Ahlen - Sehr persönlich begann Ulrich Vornholt seine Ansprache zur zentralen Gedenkveranstaltung vor dem Ehrenmal auf dem Marktplatz zum Volkstrauertag. Abordnungen von Vereinen und Feuerwehr mit Fahnen sowie ein Ehrenzug des Sanitätsregiments 22 „Westfalen“ waren auf dem mit Fackeln beleuchteten Platz angetreten, um die „Stunde der Stille“ gemeinsam zu begehen.“

 

„Für Vornholt, Leiter der Sekundarschule, gab es einen sehr persönlichen Anlass: Sein Vater wurde in den allerletzten Kriegstagen in Ahlen schwerst verwundet und überlebte nur knapp. „Es geschah nahe der heutigen ,Westfalen-Kaserne‘, an einer Geländeerhebung namens Ochsenkopf“, berichtete der Pädagoge. Dort geriet die Truppe junger Offiziersanwärter, darunter Vornholts Vater, unter schwerstes Feuer. „Das Gemetzel war so stark, dass nur etwa 15 von mehreren Hundert unverletzt blieben“, gab der Schulleiter an. Tief bewegte ihn die Frage, was in den Menschen vorging, bevor sie Soldaten wurden, welche Ängste und Gefühle bewegten sie? „Was mögen die Soldaten gedacht haben, was mögen Eltern, Verwandte oder Freunde gefühlt haben“, fragte sich Ulrich Vornholt. Er berichtete von dem Trauma, das sein Vater aus dieser Zeit mitbrachte. Für den Redner ist die lange Friedensphase, die in Mitteleuropa seit 67 Jahren herrscht, eine Verpflichtung. „Sinn des Erinnerns ist es, Mahnungen für die Zukunft zu gewinnen“, so Vornholt. Die Opfer der Kriege und des Terrors gäben den Menschen einen Auftrag für die Zukunft. Damit schloss der Schulleiter auch die Soldaten der Bundeswehr ein, die zur Zeit in aller Welt ihren Dienst verrichten. Das anschließende Gedenken verlas Pia Schwarz, Auszubildende der Stadt. Sie mahnte ebenfalls, das Erinnern wachzuhalten und stellte sich mit ihrer Generation der Verpflichtung, die aus der langen Friedenszeit hierzulande für die Gesellschaft erwächst. Für die musikalische Gestaltung sorgte der Vorhelmer Musikverein mit 25 Musikern unter der Leitung von Benjamin Jäger. Zum Abschluss bedankte sich Bürgermeister Benedikt Ruhmöller bei dem Beteiligten, nachdem er mit Hauptmann Sebastian Cieslik als Chef der 1. Kompanie des Sanitätsregiments die Kränze vor dem Mahnmal niedergelegt hatte. „Ich freue mich sehr, so viele Bürger heute hier zu sehen. Das Andenken an die Schrecken von Krieg und Gewalt soll uns allen eine Verpflichtung zu Toleranz und Demokratie sein“, hielt Ruhmöller fest.“

 

Quelle: Münsterländische Volkszeitung Online, 19. November 2012 (Schniederjürgen).

 

Auch die Ahlener Jusos nahmen an der Veranstaltung teil.

 
 

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